Neue Form der Nachbarschaftshilfe: mit wellcome sorgt ein neues Hilfsangebot in Rahden dafür, dass junge Familien nicht alleingelassen werden
Das Baby ist da. Die Freude ist riesig – und dann geht auf einmal gar nichts mehr. Durchwachte Nächte, Geschwisterkinder, die ihr Recht fordern, der ganz normale Alltag: Das alles geht an die Substanz. Glück hat, wer dann auf die Hilfe von Großeltern oder Nachbarn zählen kann und auch mal zum Verschnaufen kommt.
Was aber, wenn man ganz auf sich gestellt ist? In Rahden gibt es nun ein neues Hilfsangebot: wellcome. Während des ersten Lebensjahres ihres Kindes erhalten Mütter und Väter dank wellcome tatkräftige Unterstützung im Alltag: von Ehrenamtlichen, die sie zum Beispiel zum Kinderarzt begleiten. Oder die mit den Geschwisterkindern spielen, um sie zu beschäftigen. Eine weitere Möglichkeit: Sie passen eine Weile auf das Baby auf, damit das erschöpfte Elternteil etwas Schlaf nachholen kann.
Wer steckt hinter wellcome? Träger von wellcome in Rahden ist der gemeinnützige Verein Lebensperspektiven aus Stemwede-Haldem, der in der Feldstraße 4 das FLiO (Familienleben im Ort) betreibt. In diesen großzügigen Räumlichkeiten fand nun die offizielle Eröffnung statt. Als Gäste mit dabei waren u. a. Andreas Bothe (Staatssekretär im NRW-Familienministerium), die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann und Bürgermeister Honsel. Sie wünschten – gemeinsam mit den anderen zahlreichen Gästen – dem 42. wellcome-Standort in NRW einen guten Start.
Nachdem Lothar Pannen, der geschäftsführende Vorstand des Lebensperspektiven e. V., die Begrüßungsrede gehalten hatte, berichteten die Koordinatorinnen Melanie Petring und Jessica Trylus stolz über erste Erfolge: „Den ersten Einsatz hat das Team unserer ehrenamtlichen Helfer bereits hinter sich“. Die Beiden sind in Zukunft die Ansprechpartnerinnen für alle interessierten Familien nicht nur in Rahden, sondern auch im gesamten Lübbecker Land.
Bei der Eröffnungsfeier gab es einen Ehrengast: Rose Volz-Schmidt, die wellcome 2002 gegründet hatte. Und zwar aus eigener Betroffenheit, denn: „Mit der Geburt meiner Tochter fing es an“. Damals habe vieles gestimmt: „Wir bekamen ein Wunschkind und waren als Eltern perfekt auf die Geburt vorbereitet. Dazu war Beruf und Familie eigentlich gut vereinbar“. Es kam aber dann kam doch alles anders. Die Geburt war schwieriger als erwartet, der Urlaub, den sich ihr Ehemann genommen hatte, bald vorbei… Rose Volz-Schmidt war mit ihrer Tochter allein zu Haus: „Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, dass man sich als erwachsene Frau so hilflos fühlen kann“. Denn sie hatte keine Hilfe - keine Nachbarn, keine Verwandte in Wohnortnähe, kein Netzwerk.
„Es gibt einen großen Bedarf an dem Hilfsangebot von wellcome, das ist eine willkommene Ergänzung der „Frühen Hilfen“, freute sich auch Albert Neff, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus Lübbecke-Rahden. Er bietet die Kooperation an: „Gut, dass ich mit dem Krankenhaus Lübbecke so nah dran bin – ich wünsche mir eine ganz enge Zusammenarbeit mit der Geburtshilfe in Lübbecke“.
So hilft wellcome:
Ansprechpartnerinnen für wellcome in Rahden sind die Erzieherin und Psychologische Beraterin Melanie Petring und die Diplom-Pädagogin und Systemische Paar- und Familientherapeutin Jessica Trylus. Erreichbar sind sie unter: Tel. (0 54 74) 8 90 32 84 oder per E-Mail: rahden@wellcome-online.de
Die beiden hauptamtlichen Koordinatorinnen vermitteln den Kontakt zu den ehrenamtlichen wellcome-Mitarbeitern, beraten und informieren auch über andere „Frühe Hilfen“. Bei Inanspruchnahme des Angebots wird eine einmalige Vermittlungsgebühr erhoben, die einzelnen Hilfeleistungen werden mit Stundensätzen, die sich auch nach den finanziellen Möglichkeiten richten, berechnet. Damit werden zum Beispiel die Versicherung und die Fahrtkosten der Ehrenamtlichen finanziert.
wellcome ist auf das Engagement von Ehrenamtlichen angewiesen. Wer Interesse hat, kann sich ebenfalls an die beiden Koordinatorinnen wenden. Weitere Infos gibt es unter www.wellcome-online.

Bildunterschrift:
Einen gute Start für wellcome in Rahden wünschen: v.l.n.r. Melanie Petring (wellcome-Koordinatorin), Lothar Pannen (Geschäftsführender Vorstand Lebensperspektiven e.V.), Albert Neff (Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus Lübbecke-Rahden), Rose Volz Schmidt (wellcome-Gründerin), Jessica Trylus (wellcome-Koordinatorin), Andreas Bothe (Staatssekretär im NRW-Familienministerium), Andrea Berghaus-Micke (wellcome-Landeskoordinatorin), Bianca Winkelmann (Landtagsabgeordnete) und Bürgermeister Bert Honsel.